Römische Republik

Definition

Donald L. Wasson
von , übersetzt von Jan van der Crabben
Veröffentlicht am 07 April 2016
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Julius Caesar and the Roman Civil War (49 - 45 BCE) (by Simeon Netchev, CC BY-NC-SA)
Julius Cäsar und der römische Bürgerkrieg (49-45 v. Chr.)
Simeon Netchev (CC BY-NC-SA)

Im späten 6. Jahrhundert v. Chr. befreite sich der kleine Stadtstaat Rom von den Fesseln der Monarchie und schuf eine republikanische Regierung, die in der Theorie, wenn auch nicht immer in der Praxis, die Wünsche ihrer Bürger vertrat. Auf dieser Grundlage eroberte die Stadt später die gesamte italienische Halbinsel und große Teile der Mittelmeerwelt und darüber hinaus. Die Republik und ihre Regierungsinstitutionen sollten fünf Jahrhunderte lang Bestand haben, bis sie, von Bürgerkriegen zerrüttet, in ein von Kaisern regiertes Prinzipat umgewandelt wurde. Selbst dann blieben viele der in der republikanischen Zeit geschaffenen politischen Organe, insbesondere der Senat, bestehen, wenn auch mit eingeschränkter Macht.

Mythos und Legende

Die Jahre vor dem Aufstieg der Republik sind in Mythen und Legenden untergegangen. Keine zeitgenössische schriftliche Geschichte aus dieser Zeit ist erhalten geblieben. Obwohl ein Großteil dieser Geschichte verloren gegangen war, gelang es dem römischen Historiker Livius (59 v. Chr. - 17 n. Chr.), eine bemerkenswerte Geschichte Roms in 142 Bänden zu schreiben, in der er die Jahre der Monarchie bis zum Untergang der Republik nachzeichnete. Ein Großteil seiner Geschichte, insbesondere die frühen Jahre, beruhte jedoch auf reinen Mythen und mündlichen Überlieferungen. Im Gegensatz zu manchen Interpretationen geschah der Sturz der Monarchie und die Geburt der Republik nicht über Nacht. Manche behaupten sogar, dass er alles andere als unblutig verlief. Die Historikerin Mary Beard schrieb in ihrem Buch SPQR, dass sich der Übergang von der Monarchie zur Republik „über einen Zeitraum von Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten vollzog“.

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Vor dem Sturz des letzten Königs, Tarquinius Superbus oder Tarquinius der Stolze im Jahr 510 v. Chr., ist die Geschichte der Stadt von Erzählungen über Tapferkeit und Krieg durchzogen. Selbst die Gründung der Stadt ist größtenteils eine Legende, und viele Menschen haben den Mythos ohnehin den Tatsachen vorgezogen. Jahrelang hatte Rom die hellenistische Kultur der Griechen bewundert, und so machte es sich die Geschichte von Aeneas und der Gründung Roms, wie sie der römische Schriftsteller Vergil in seiner Heldensage Die Aeneis niedergeschrieben hat, leicht zu eigen. Mit dieser Geschichte knüpften die Römer an eine antike, wenn auch griechische, Kultur an. Die mythische Geschichte handelt von Aeneas und seinen Anhängern, die mit Hilfe der Göttin Venus aus der Stadt Troja entkommen, die im Trojanischen Krieg von den Griechen erobert wurde. Jupiters Gattin Juno mischte sich im Laufe der Geschichte immer wieder in den Kampf des Helden Aeneas ein. Nach einem kurzen Aufenthalt in Karthago machte sich Aeneas schließlich auf den Weg nach Italien und Latium, wo er seine Bestimmung erfüllte. Seine Nachkommen waren die Zwillinge Romulus und Remus – die unehelichen Söhne des Kriegsgottes Mars und der Prinzessin Rhea Silvia, der Tochter des wahren Königs von Alba Longa. Romulus, der von einer Wölfin vor dem Ertrinken gerettet und von einem Hirten aufgezogen wurde, besiegte schließlich seinen Bruder im Kampf, gründete die Stadt Rom und wurde ihr erster König. So erzählt es die Legende.

The Meeting of Dido and Aeneas
Das Treffen von Dido und Aeneas
Nathaniel Dance-Holland (Public Domain)

Frühe Jahre

Nach Tarquinius' Abgang litt Rom sowohl unter äußeren als auch unter inneren Konflikten. Ein Großteil des 5. Jahrhunderts v. Chr. wurde mit Kämpfen verbracht, nicht mit Gedeihen. Von 510 v. Chr. bis 275 v. Chr. hatte die Regierung zwar mit einer Reihe von innenpolitischen Problemen zu kämpfen, doch die Stadt wuchs zur vorherrschenden Macht auf der gesamten italienischen Halbinsel heran. Von der Schlacht am See Regillus (496 v. Chr.), in der Rom über die Latiner siegte, bis zum Pyrrhischen Krieg (280-275 v. Chr.) gegen Pyrrhos von Epirus entwickelte sich Rom zu einer dominierenden, kriegerischen Supermacht im Westen. Durch diese Expansion entwickelte sich die soziale und politische Struktur der Republik allmählich weiter. Aus diesen einfachen Anfängen schuf die Stadt eine neue Regierung – eine Regierung, die eines Tages ein Gebiet von der Nordsee im Norden nach Süden über Gallien und Germanien, im Westen bis nach Hispanien und im Osten bis nach Griechenland, Syrien und Nordafrika beherrschen sollte. Das große Mittelmeer wurde zu einem römischen See. Diese Gebiete blieben während der gesamten Republik und bis weit in die Gründungsjahre des Römischen Reiches unter der Kontrolle Roms.

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Die Regierung der Republik

Bevor die Stadt jedoch zu dieser vorherrschenden Militärmacht werden konnte, musste sie über eine stabile Regierung verfügen, und es war von größter Wichtigkeit, dass sie die Möglichkeit der Machtübernahme durch eine einzelne Person ausschloss. Letztendlich sollte ein System geschaffen werden, das ein echtes Gleichgewicht der Kräfte darstellte. Nach dem Sturz der Monarchie geriet die Republik zunächst unter die Kontrolle der großen Familien – der Patrizier, abgeleitet von dem Wort patres oder Väter. Nur diese großen Familien konnten politische oder religiöse Ämter bekleiden. Die übrigen Bürger oder Plebejer (plebs) hatten keine politischen Befugnisse, obwohl viele von ihnen ebenso wohlhabend waren wie die Patrizier. Sehr zum Leidwesen der Patrizier konnte und wollte diese Regelung jedoch nicht von Dauer sein.

Die Spannungen zwischen den beiden Klassen nahmen weiter zu, zumal die ärmeren Bewohner der Stadt den Großteil der Armee stellten. Sie fragten sich, warum sie in einem Krieg kämpfen sollten, wenn alle Gewinne an die Wohlhabenden gingen. Schließlich traten die Plebejer 494 v. Chr. in den Streik, versammelten sich außerhalb Roms und weigerten sich, weiterzuziehen, bis ihnen eine Vertretung zugestanden wurde. Dies waren die berühmten Ständekämpfe oder Auszug der Plebejer (secessio plebis). Der Streik war erfolgreich, und die Plebejer wurden mit einer eigenen Versammlung belohnt - dem Concilium Plebis oder Rat der Plebejer.

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Cicero Denounces Catiline
Cicero prangert Catilina an
Cesare Macari (Public Domain)

Obwohl die römische Regierung nie als echte Demokratie bezeichnet werden konnte, konnten viele Bürger (Frauen ausgeschlossen) mitbestimmen, wie ihre Stadt regiert wurde. Durch ihre Rebellion waren die Plebejer in ein System eingetreten, in dem die Macht bei einer Reihe von Magistraten (dem cursus honorum) und verschiedenen Versammlungen lag. Die Exekutivgewalt oder das Imperium wurde von zwei Konsuln ausgeübt. Ein Konsul, der von den Comitia Centuriata gewählt wurde, regierte nur ein Jahr lang, führte den Vorsitz im Senat, schlug Gesetze vor und befehligte die Armeen. Einzigartig war, dass jeder Konsul ein Veto gegen die Entscheidung des anderen einlegen konnte. Nach Ablauf seiner Amtszeit konnte er Prokonsul werden und eines der vielen Territorien der Republik regieren, was ihm zu großem Reichtum verhelfen konnte.

Magistrate und Beamte

Es gab mehrere untergeordnete Magistrate: einen Prätor (der einzige andere Beamte mit imperialen Befugnissen), der als Justizbeamter mit bürgerlicher und provinzieller Gerichtsbarkeit fungierte, einen Quästor , der als Finanzverwalter fungierte, und den Ädilen, der die städtische Instandhaltung wie Straßen, Wasser- und Lebensmittelversorgung sowie die jährlichen Spiele und Feste überwachte. Schließlich gab es noch das sehr begehrte Amt des Zensors, der nur 18 Monate im Amt war. Er wurde alle fünf Jahre gewählt und war der Volkszähler, der die Liste der Bürger und ihres Besitzes überprüfte. Er konnte sogar Mitglieder des Senats wegen ungebührlichen Verhaltens absetzen. Es gab jedoch noch ein letztes Amt - das einzigartige Amt des Diktators. Er erhielt alle Vollmachten und wurde nur in Notzeiten ernannt, wobei seine Amtszeit in der Regel nur sechs Monate dauerte. Der berühmteste Diktator war natürlich Julius Cäsar, der zum Diktator auf Lebenszeit ernannt wurde.

Versammlungen

Neben den Magistraten gab es auch eine Reihe von Versammlungen. Diese Versammlungen waren das Sprachrohr des Volkes (nur männliche Bürger) und ermöglichten es, die Meinung vieler zu hören. An erster Stelle der Versammlungen stand der römische Senat (ein Überbleibsel der alten Monarchie). Die Senatoren waren zwar unbezahlt, dienten aber auf Lebenszeit, es sei denn, sie wurden von einem Zensor wegen öffentlichen oder privaten Fehlverhaltens abgesetzt. Obwohl dieses Gremium keine wirkliche Gesetzgebungsbefugnis hatte, sondern nur als Berater des Konsuls und später des Kaisers diente, verfügten sie dennoch über beträchtliche Befugnisse. Sie konnten Gesetze vorschlagen und die Außenpolitik, die städtische Verwaltung und die Finanzen überwachen. Die Befugnis, Gesetze zu erlassen, wurde jedoch einer Reihe von Volksversammlungen übertragen. Alle Vorschläge des Senats mussten von einer der beiden Volksversammlungen gebilligt werden: den Comitia Centuriata, die nicht nur Gesetze erließen, sondern auch Konsuln wählten und Kriege erklärten, und dem Concilium Plebis, das die Wünsche der Plebejer über die gewählten Tribunen vermittelte. Diese Versammlungen waren in Blöcke unterteilt, und jeder dieser Blöcke stimmte als eine Einheit ab. Neben diesen beiden großen gesetzgebenden Organen gab es auch eine Reihe kleinerer Stammesversammlungen.

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The Curia
Die Kurie
Chris Ludwig (Copyright)

Das Concilium Plebis entstand als Folge der Ständekämpfe - eines Konflikts zwischen den Plebiern und Patriziern um die politische Macht. Im Concilium Plebis verabschiedeten die Mitglieder nicht nur Gesetze, die den Wünschen der Plebs entsprachen, sondern wählten auch eine Reihe von Tribunen, die für sie sprachen. Obwohl dieser "Rat der Plebs" den Plebejern zunächst ein gewisses Mitspracherecht in der Regierung gab, erwies er sich als nicht ausreichend. Im Jahr 450 v. Chr. wurde das Zwölftafelgesetz erlassen, um eine Reihe von Bedenken der Plebejer zu zerstreuen. Sie wurden das erste aufgezeichnete römische Gesetzbuch. Die Tafeln befassten sich mit häuslichen Problemen, wobei der Schwerpunkt sowohl auf dem Familienleben als auch auf dem Privateigentum lag. So war es den Plebejern nicht nur verboten, wegen Schulden eingesperrt zu werden, sondern sie hatten auch das Recht, gegen die Entscheidung eines Richters Berufung einzulegen. Später durften die Plebejer sogar Patrizier heiraten und Konsuln werden. Im Laufe der Zeit wurden die Rechte der Plebejer immer weiter ausgebaut. Im Jahr 287 v. Chr. erklärte die Lex Hortensia, dass alle vom Concilium Plebis verabschiedeten Gesetze sowohl für die Plebejer als auch für die Patrizier verbindlich waren.

Roms Wachstum

Diese einzigartige Regierungsform ermöglichte es der Republik, weit über die Stadtmauern hinaus zu wachsen. Der Sieg in den drei punischen Kriegen (264-146 v. Chr.) gegen Karthago war der erste Schritt Roms, über die Grenzen der italienischen Halbinsel hinauszuwachsen. Nach Jahren des Krieges und der peinlichen Niederlage gegen Hannibal folgte der Senat schließlich dem Rat des freimütigen Cato des Älteren, der sagte: "Carthago delenda est!" oder "Karthago muss zerstört werden!" Die Zerstörung der Stadt durch Rom nach der Schlacht von Zama im Jahr 146 v. Chr. und die Niederlage der Griechen in den vier Makedonischen Kriegen etablierten die Republik als wahre Mittelmeermacht. Die Unterwerfung der Griechen brachte die reiche hellenistische Kultur nach Rom, d. h. ihre Kunst, Philosophie und Literatur. Leider war die römische Regierung trotz des Wachstums der Republik nie dazu bestimmt, ein Imperium zu führen. Wie der Historiker Tom Holland in seinem Buch Rubikon schreibt, schien die Republik immer am Rande des politischen Zusammenbruchs zu stehen. Die alte Agrarwirtschaft konnte und wollte nicht erfolgreich übertragen werden und vergrößerte die Kluft zwischen Arm und Reich nur weiter.

The Western Mediterranean 264 BCE
Der westliche Mittelmeerraum 264 v. Chr.
Jon Platek (CC BY-SA)

Rom war jedoch mehr als nur ein Kriegerstaat. Zu Hause glaubten die Römer an die Bedeutung der Familie und den Wert der Religion. Sie glaubten auch, dass die Staatsbürgerschaft oder civitas definierte, was es bedeutete, wirklich zivilisiert zu sein. Dieses Konzept der Staatsbürgerschaft sollte bald auf die Probe gestellt werden, als die römischen Gebiete begannen, die römische Autorität herauszufordern. Dieser ständige Kriegszustand hatte die Republik jedoch nicht nur reich gemacht, sondern auch ihre Gesellschaft geformt. Nach den Makedonischen Kriegen beeinflussten die Griechen sowohl die römische Kultur als auch die Religion. Unter diesem griechischen Einfluss wandelten sich die traditionellen römischen Götter. In Rom war der persönliche Glaube des Einzelnen unwichtig, wichtig war nur die strikte Einhaltung einer Reihe von Ritualen, um die Gefahren des religiösen Eifers zu vermeiden. Überall im Reich wurden Tempel zu Ehren dieser Götter errichtet.

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Andernorts in Rom konnte man die Trennung der Klassen am besten innerhalb der Stadtmauern in den Mietshäusern beobachten. Rom war ein Zufluchtsort für viele Menschen, die auf der Suche nach einem besseren Leben die umliegenden Städte und Bauernhöfe verließen. Das unerfüllte Versprechen von Arbeitsplätzen zwang jedoch viele Menschen, in den ärmeren Vierteln der Stadt zu leben. Die Arbeitsplätze, die sie suchten, waren oft nicht vorhanden, was zu einer Epidemie von Obdachlosen führte. Während viele der wohlhabenderen Bürger auf dem Palatin wohnten, lebten andere in baufälligen Wohnungen, die überbelegt und äußerst gefährlich waren – viele lebten in ständiger Angst vor Feuer und Einsturz. In den unteren Stockwerken dieser Gebäude befanden sich Geschäfte und bessere Wohnungen, während die oberen Stockwerke den ärmeren Bewohnern vorbehalten waren. Es gab keinen Zugang zu natürlichem Licht, kein fließendes Wasser und keine Toiletten. Die Straßen waren schlecht beleuchtet, und da es keine Polizei gab, wucherte die Kriminalität. Abfälle, sogar menschliche Ausscheidungen, wurden routinemäßig auf die Straße gekippt, was nicht nur einen schrecklichen Gestank verursachte, sondern auch eine Brutstätte für Krankheiten darstellte. All dies steigerte die Verägerung der Bevölkerung.

Die Brüder Gracchus

Dieser ständige Kampf zwischen den Besitzenden und den Nichtbesitzenden sollte bis zum endgültigen Zusammenbruch der Republik andauern. Es gab jedoch einige Machthaber, die versuchten, eine Lösung für die bestehenden Probleme zu finden. Im 2. Jahrhundert v. Chr. versuchten zwei Brüder, beide Tribunen, die notwendigen Veränderungen herbeizuführen, scheiterten jedoch. Unter einer Reihe von Reformvorschlägen schlug Tiberius Gracchus vor, Land sowohl an Arbeitslose als auch an Kleinbauern zu vergeben. Natürlich lehnte der Senat, in dem viele Großgrundbesitzer saßen, dies vehement ab. Auch das Concilium Plebis lehnte die Idee ab. Obwohl sein Vorschlag schließlich Gesetz wurde, konnte er nicht durchgesetzt werden. Bald darauf kam es zu Unruhen, bei denen 300 Menschen, darunter auch Tiberius, getötet wurden. Leider erwartete seinen Bruder ein ähnliches Schicksal.

Gaius Gracchus unterstützte zwar ebenfalls die Idee der Landverteilung, doch sein Schicksal war besiegelt, als er vorschlug, allen römischen Verbündeten das Bürgerrecht zu geben. Wie sein großer Bruder stießen auch seine Vorschläge auf erheblichen Widerstand. Als 3.000 seiner Anhänger getötet wurden, wählte er den Freitod. Die Tatsache, dass es den Brüdern nicht gelang, ein gewisses Gleichgewicht in Rom herzustellen, war eines von vielen Anzeichen dafür, dass die Republik dem Untergang geweiht war. Später sollte sich ein anderer Römer erheben und eine Reihe von Reformen einleiten. Sulla und seine Armee marschierten auf Rom und übernahmen die Macht, indem sie seinen Feind Gaius Marius besiegten. Als Sulla 88 v. Chr. die Macht übernahm, besiegte er rasch König Mithridates von Pontus im Osten, zerschlug mit Hilfe der Generäle Pompeius und Crassus die Samniten, leerte den römischen Senat (80 wurden getötet oder ins Exil geschickt), reorganisierte die Gerichte und setzte eine Reihe von Reformen in Kraft. Im Jahr 79 v. Chr. zog er sich friedlich zurück.

Sulla
Sulla
Carole Raddato (CC BY-SA)

Untergang der Republik

Anders als das Imperium brach die Republik nicht durch eine äußere Bedrohung zusammen, sondern wurde durch eine innere Bedrohung zerstört. Der Grund dafür war die Unfähigkeit der Republik, sich auf ein ständig wachsendes Reich einzustellen. Sogar die antiken sibyllinischen Prophezeiungen sagten voraus, dass das Scheitern von innen kommen würde, nicht von ausländischen Invasoren. Es gab eine ganze Reihe solcher interner Warnungen. Die Forderung der römischen Verbündeten nach dem Bürgerrecht war ein Zeichen dieser Unruhe – der sogenannte Bundesgenossenkrieg des 1. Jahrhunderts v. Chr. (90 - 88 v. Chr.). Jahrelang hatten die römischen Verbündeten Tribut gezahlt und Soldaten für den Krieg gestellt, wurden aber nicht als Bürger betrachtet. Wie ihre plebejischen Gleichgesinnten Jahre zuvor wollten sie eine Vertretung. Es bedurfte eines Aufstandes, um die Dinge zu ändern. Obwohl der Senat die römischen Bürger davor gewarnt hatte, dass die Verleihung des Bürgerrechts an diese Menschen gefährlich sein könnte, wurde schließlich allen Menschen (mit Ausnahme der Sklaven) auf der gesamten italienischen Halbinsel das volle Bürgerrecht gewährt. Später weitete Julius Cäsar das Bürgerrecht über Italien hinaus aus und gewährte es auch den Menschen in Spanien und Gallien.

Ungefähr zu dieser Zeit erlebte die Stadt eine ernsthafte Bedrohung ihres Bestehens, als Marcus Tillius Cicero, der römische Staatsmann und Schriftsteller, eine Verschwörung des römischen Senators Lucius Sergius Catilina aufdeckte, die darauf abzielte, die römische Regierung zu stürzen. Cicero war auch der Meinung, dass die Republik aufgrund des moralischen Verfalls im Niedergang begriffen war. Probleme wie diese, zusammen mit Angst und Unruhe, wurden im Jahr 60 v. Chr. von drei Männern aufgegriffen: Julius Cäsar, Gnaeus Pompeius und Marcus Licinius Crassus. Crassus war durch seinen Sieg über Spartacus und seine Anhänger im Jahr 71 v. Chr. berühmt geworden. Pompeius hatte sich sowohl in Spanien als auch im Osten ausgezeichnet. Cäsar hatte sich als fähiger Heerführer erwiesen. Zusammen bildeten die drei Männer das, was Historiker das Erste Triumvirat nennen. Fast ein Jahrzehnt lang hatten sie sowohl das Konsulat als auch das militärische Kommando inne. Nachdem Cäsar 59 v. Chr. aus dem Amt des Konsuls ausgeschieden war, zog er mit seiner Armee Richtung Norden, nach Gallien und Germanien. Pompeius wurde Gouverneur von Spanien (obwohl er von Rom aus regierte), während Crassus im Osten nach Ruhm strebte, wo er zu seinem Unglück in der Schlacht bei Carrhae schließlich besiegt und getötet wurde.

Die zunehmenden Spannungen zwischen Pompeius und Cäsar eskalierten. Pompeius war eifersüchtig auf Cäsars Erfolg und Ruhm, während Cäsar in die Politik zurückkehren wollte. Schließlich führten diese Differenzen zu einer Schlacht, und 48 v. Chr. trafen sie bei Pharsalos aufeinander. Pompeius wurde besiegt und floh nach Ägypten, wo er von Ptolemaios XIII. getötet wurde. Cäsar erfüllte sein Schicksal, indem er sich sowohl die östlichen Provinzen als auch Nordafrika sicherte und als Held nach Rom zurückkehrte, nur um zum Diktator auf Lebenszeit erklärt zu werden. Viele seiner Feinde, aber auch einige Verbündete, sahen in seiner neuen Position eine ernsthafte Bedrohung für die Grundlage der Republik, und trotz einer Reihe von Volksreformen zwang seine Ermordung an den Iden des März 44 v. Chr. die Republik in die Knie. Sein Erbe und Stiefsohn Octavian unterwarf Mark Anton und wurde schließlich als Augustus der erste Kaiser von Rom. Die Republik war verschwunden, und aus ihrer Asche entstand das Römische Reich.

Fragen und Antworten

Wann stürzte die Römische Republik den letzten König, Tarquinius Superbus?

Der letzte römische König, Tarquinius Superbus, wurde 510 v. Chr. gestürzt.

Wer waren die Nachkommen des Gründers von Rom, Aeneas von Troja?

Die Nachkommen von Aeneas von Troja, dem Gründer Roms, waren Romulus und Remus, die unehelichen Söhne von Mars, dem Kriegsgott, und der Prinzessin Rhea Silvia.

Welches waren die beiden Klassen der römischen Bürger?

Die beiden Klassen der römischen Bürger waren die Patrizier und die Plebejer.

Welches waren die beiden Volksversammlungen neben dem römischen Senat?

Neben dem römischen Senat waren die beiden Volksversammlungen die Comitia Centuriata und das Concilium Plebis (Rat der Plebs). Die Comitia Centuriata erließen Gesetze, wählten Konsuln und erklärten den Krieg. Das Concilium Plebis vermittelte die Wünsche der Plebejer über ihre gewählten Tribunen.

Wie hieß die Reihe von Kriegen, die zwischen den Römern und Karthago geführt wurden?

Die Reihe von Kriegen zwischen Rom und Karthago werden als die Punischen Kriege bezeichnet.

Wer wurde an den Iden des März ermordet?

Julius Cäsar wurde an den Iden des März 44 v. Chr. ermordet.

Übersetzer

Jan van der Crabben
Jan ist der Gründer und CEO von World History Encyclopedia. Er leitet die gemeinnützige Organisation damit sie ihre Mission bestmöglich erfüllen kann: Menschen mit Kulturerbe engagieren und die Geschichtslehre weltweit zu verbessern. Er hat einen MA War Studies von King's College.

Autor

Donald L. Wasson
Donald lehrte am Lincoln College (Normal, Illinois) Geschichte der Antike, des Mittelalters und der USA. Er war und wird immer ein Student der Geschichte sein, seit er von Alexander dem Großen erfahren hat. Er ist bestrebt, Wissen an seine Schüler weiterzugeben.

Dieses Werk Zitieren

APA Stil

Wasson, D. L. (2016, April 07). Römische Republik [Roman Republic]. (J. v. d. Crabben, Übersetzer). World History Encyclopedia. Abgerufen auf https://www.worldhistory.org/trans/de/1-560/romische-republik/

Chicago Stil

Wasson, Donald L.. "Römische Republik." Übersetzt von Jan van der Crabben. World History Encyclopedia. Letzte April 07, 2016. https://www.worldhistory.org/trans/de/1-560/romische-republik/.

MLA Stil

Wasson, Donald L.. "Römische Republik." Übersetzt von Jan van der Crabben. World History Encyclopedia. World History Encyclopedia, 07 Apr 2016. Internet. 22 Apr 2024.