Gold, chemisches Symbol Au (vom lateinischen aurum für „glänzende Morgendämmerung“), ist ein Edelmetall, das seit der Antike zur Herstellung von Schmuck, Münzen, Skulpturen, Gefäßen und als Verzierung für Gebäude, Denkmäler und Statuen verwendet wird.
Gold korrodiert nicht und wurde daher in vielen alten Kulturen zum Symbol für Unsterblichkeit und Macht. Seine Seltenheit und seine ästhetischen Eigenschaften machten es zu einem idealen Material für die herrschenden Klassen, um ihre Macht und Stellung zu demonstrieren. Gold wurde erstmals an der Oberfläche in der Nähe von Flüssen in Kleinasien, wie dem Paktolos in Lydien, gefunden und ab 2000 v. Chr. von den Ägyptern und später von den Römern in Afrika, Portugal und Spanien unter Tage abgebaut. Es gibt auch Hinweise darauf, dass die Römer Goldpartikel aus Erzen wie Eisenpyrit schmolzen. Gold lässt sich leicht bearbeiten und mit anderen Metallen wie Silber und Kupfer mischen, um seine Festigkeit zu erhöhen und seine Farbe zu verändern, und wurde daher für eine Vielzahl von Zwecken verwendet.
Schmuck
In den meisten alten Kulturen war Gold aufgrund seines Wertes, seiner ästhetischen Eigenschaften und seiner Formbarkeit in der Schmuckherstellung und Kunst sehr beliebt. Elektron (eine natürliche Legierung aus Gold und Silber) wurde von den Ägyptern bereits 5000 v. Chr. in der Schmuckherstellung verwendet. Goldschmuck wurde in der sumerischen Zivilisation um 3000 v. Chr. sowohl von Männern als auch von Frauen getragen, und Goldketten wurden erstmals 2500 v. Chr. in der Stadt Ur hergestellt. Der minoischen Zivilisation auf Kreta im frühen 2. Jahrtausend v. Chr. wird die Herstellung des ersten Kabelkettenschmucks zugeschrieben, und die Minoer stellten mit einer Vielzahl von Techniken eine große Auswahl an Schmuckstücken her. Goldschmuck gab es in Form von Halsketten, Armbändern, Ohrringen, Ringen, Diademen, Anhängern, Fibeln und Broschen. Zu den Techniken und Formen gehörten Filigranarbeit (eine Technik, die den Ägyptern seit 2500 v. Chr. bekannt war), bei der Gold zu Draht gezogen und in verschiedenen Mustern geformt wurde, flach gehämmerte Formen, Granulation (Oberflächendekoration mit kleinen, aufgelöteten Goldkörnchen), Prägung, Ziselierung, Einlegearbeiten, Formguss und Gravur. In Südamerika wurde Gold um 1200 v. Chr. von der Chavín-Kultur in Peru auf ähnliche Weise verarbeitet, und der Goldguss wurde ab 500 v. Chr. von der Nazca-Kultur perfektioniert. Die Römer verwendeten Gold als Fassung für Edelsteine und Halbedelsteine, eine Mode, die sich bis in die byzantinische Zeit mit der Verwendung von Perlen, Edelsteinen und Emaille fortsetzte.
Währung
Gold wurde erstmals im späten 8. Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien als Zahlungsmittel verwendet. Die Münzen waren unregelmäßig geformt, oft nur auf einer Seite geprägt und bestanden in der Regel aus Elektron. Die ersten Münzen aus reinem Gold mit geprägtem Bildnis werden König Krösus von Lydien (561–546 v. Chr.) zugeschrieben. In der Hauptstadt Sardes wurde bei Ausgrabungen eine Goldraffinerie aus der damaligen Zeit entdeckt. Selbst das reinste natürlich vorkommende Gold kann bis zu 5 % Silber enthalten, aber die Lydier waren in der Lage, ihr Gold mit Salz und Ofentemperaturen zwischen 600 und 800 °C zu raffinieren. Das Salz vermischte sich mit dem Silber und bildete einen Silberchloriddampf, der reines Gold zurückließ, das zur Herstellung einer standardisierten Münzprägung mit garantiertem Goldgehalt verwendet werden konnte. Auch die mykenische Zivilisation verwendete Goldmünzen in großem Umfang, ebenso wie die späteren griechischen und römischen Reiche, auch wenn Silber das üblichere Material war. Eine der berühmtesten Goldmünzen der Antike war der römische Bezant. Er wurde unter Kaiser Konstantin eingeführt, wog bis zu 70 Troy-Grains und war vom 4. bis zum 12. Jahrhundert n. Chr. als Zahlungsmittel in Umlauf.
Religiöse Artefakte und andere Verwendungszwecke
Der Wert und die Schönheit von massivem Gold machten es zu einem idealen Material für besonders wichtige politische und religiöse Gegenstände wie Kronen, Zepter, symbolische Statuen, Gefäße für Trankopfer und Votivgaben. Goldgegenstände wurden manchmal den Toten als Symbol für deren Status mit ins Grab gelegt, wobei der unübersehbare (und unrentable) Verbrauch eines so seltenen und wertvollen Materials sicherlich auch dazu dienen sollte, Eindruck zu schinden. Das vielleicht berühmteste Beispiel ist die sogenannte Goldmaske des Agamemnon, die in Mykene gefunden wurde. Bei der Inka-Zivilisation in Peru galt Gold als Schweiß des Sonnengottes Inti und wurde daher zur Herstellung aller Arten von Gegenständen mit religiöser Bedeutung verwendet, insbesondere von Masken und Sonnenscheiben. Im alten Kolumbien wurde Gold wegen seines Glanzes und seiner Verbindung zur Sonne ebenfalls verehrt und in pulverisierter Form verwendet, um den Körper des zukünftigen Königs in einer prunkvollen Krönungszeremonie zu bedecken, woraus die Legende von El Dorado entstand.
Als dekorative Verkleidung werden Goldblech und Blattgold (zu extrem dünnen Blättern gehämmertes Gold) seit der ägyptischen Zeit zur Verzierung von Schreinen, Tempeln, Gräbern, Sarkophagen, Statuen, Zierwaffen und Rüstungen, Keramik, Glaswaren und Schmuck verwendet. Das vielleicht berühmteste Beispiel für Blattgold aus der Antike ist die Totenmaske von König Tutanchamun.
Gold wird aufgrund seiner Formbarkeit und Haltbarkeit seit über 3000 Jahren auch in der Zahnmedizin verwendet. Die Etrusker verwendeten im 7. Jahrhundert v. Chr. Golddraht, um künstliche Zähne zu befestigen. Als Faden wurde Gold auch in Stoffe eingewebt. Gold wurde auch in der Medizin verwendet. Plinius empfahl im 1. Jahrhundert v. Chr., Gold als Schutz vor „Zaubertränken” auf Wunden aufzutragen.
Goldbewertung
Bedenken hinsichtlich der Echtheit von Gold veranlassten die Ägypter um 1500 v. Chr. (oder schon früher) dazu, eine Methode zur Bestimmung der Reinheit von Gold zu entwickeln. Diese Methode wird als Feuerprobe bezeichnet und besteht darin, eine kleine Probe des zu prüfenden Materials zu entnehmen und sie in einem kleinen Tiegel mit einer bestimmten Menge Blei zu verbrennen. Der Tiegel bestand aus Knochenasche und absorbierte während des Brennvorgangs das Blei und alle anderen unedlen Metalle, sodass nur Gold und Silber zurückblieben. Das Silber wurde mit Salpetersäure entfernt, und das verbleibende reine Gold wurde gewogen und mit dem Gewicht vor dem Brennen verglichen. Archimedes wusste auch, dass sich das spezifische Gewicht von Gold je nach Anteil an unedlen Metallen verändert, wobei reines Gold beispielsweise doppelt so schwer ist wie Silber.
Gold ist ein so wertvolles Material, dass jahrhundertelang verschiedene Versuche unternommen wurden, es durch Alchemie herzustellen – also durch die chemische Umwandlung von unedlen Metallen in Gold mithilfe des Steins der Weisen (lapis philosophorum). Erste Versuche wurden im 4. Jahrhundert v. Chr. in China und auch im antiken Griechenland unternommen. Obwohl sie erfolglos blieben, legten sie dennoch den Grundstein für die moderne Chemie.
