Die Französische Revolution (1789–1799) – auch präzisiert als die Revolution von 1789, um sie von den Revolutionen von 1830 und 1848 zu unterscheiden – war ein Jahrzehnt des Umbruchs, das Frankreich neu prägte und in ganz Europa Nachhall fand. Auslöser waren eine Wirtschaftskrise, soziale Ungleichheit und Unzufriedenheit mit der Herrschaft Ludwigs XVI. (Regierungszeit 1774–1792), und die Revolution begann mit der Einberufung und dem Scheitern der Generalstände im Mai 1789. Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 und die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte markierten den radikalen Aufschwung der Revolution, als das Ancien Régime zusammenbrach und die Monarchie 1792 offiziell abgeschafft wurde. An ihrer Stelle wurde die Französische Republik ausgerufen, die Frankreich ein neues Experiment in Sachen Souveränität, Staatsbürgerschaft und Volksvertretung erleben ließ.
Die Revolution vollzog sich nicht in einem einzigen Moment, sondern in einer Abfolge eskalierender Umwälzungen: die Hinrichtung Ludwigs XVI. im Jahr 1793, die radikale jakobinische Phase und die Terrorherrschaft (1793–1794), die Thermidorianische Reaktion und der Aufstieg des fünfköpfigen Direktoriums (1795–1799). Die Revolutionskriege gegen Österreich, Preußen und Großbritannien verwandelten Frankreich sowohl in ein Fanal republikanischer Ideale als auch in eine destabilisierende Kraft in Europa. Die Revolution endete, als Napoleon Bonaparte durch den Staatsstreich vom 18. Brumaire (9. November 1799) die Macht ergriff, das Direktorium abschaffte und das Konsulat einrichtete, das die napoleonische Ära einläutete und die Voraussetzungen für neue Konflikte und imperiale Ambitionen schuf.

