Friedrich II.

Definition

Syed Muhammad Khan
von , übersetzt von Marina Wrackmeyer
Veröffentlicht am 14 Mai 2020
In anderen Sprachen verfügbar: Englisch, Französisch, Italienisch
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Coin of Frederick II (by Sailko, CC BY-SA)
Münze Friedrichs II.
Sailko (CC BY-SA)

Friedrich II. (l. 1194–1250 n. Chr.) war der König von Sizilien (reg. 1198–1250 n. Chr.), Deutschland (reg. 1215–1250 n. Chr.), Jerusalem (reg. 1225–1228 n. Chr.) und regierte auch als römisch-deutscher Kaiser (reg. 1220–1250 n. Chr.). Er wurde 1194 n. Chr. in Jesi geboren, verbrachte aber seine Kindheit in Palermo. Er gehörte der schwäbischen Stauferdynastie (1079–1268 n. Chr.) an, die von 1138 n. Chr. bis 1268 n. Chr. über das Heilige Römische Reich herrschte. Er verbrachte sein Leben im Machtkampf mit der mittelalterlichen Kirche. Obwohl es ihm nicht gelang, das Papsttum zu unterwerfen, sollten spätere europäische Herrscher in seine Fußstapfen treten und erfolgreich sein. Am berühmtesten ist er jedoch für seine Beteiligung am Sechsten Kreuzzug (1228–1229 n. Chr.), der Jerusalem durch einen Friedensschluss mit dem ayyubidischen Sultan von Ägypten, al-Kamil, wieder unter die Herrschaft der Kreuzfahrer brachte, doch seine Bemühungen wurden nicht gewürdigt. Das Papsttum rief mit religiöser Propaganda zu einem Kreuzzug gegen ihn auf, aber er starb 1250 n. Chr. eines natürlichen Todes. Außerdem gründete er 1224 n. Chr. die Universität Neapel, die erste staatliche Universität im mittelalterlichen Europa überhaupt.

Frühes Leben

Sein Vater starb 1197 n. Chr., als er gerade drei Jahre alt war, und er wurde im folgenden Jahr zum König von Sizilien gekrönt, wobei seine Mutter als Regentin fungierte.

Friedrich II. war der einzige Sohn von Heinrich VI. (König von Deutschland, reg. 1169–1197 n. Chr.; Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, reg. 1191–1197 n. Chr.) und Konstanze (l. 1154–1198 n. Chr.), der Tochter von Roger II. (reg. 1130–1154 n. Chr.), dem normannischen König von Sizilien. Sein anderer Großvater war der legendäre deutsche Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa (reg. 1152–1190 n. Chr.). Friedrich II. wurde 1194 n. Chr. in Jesi, Italien, geboren und verbrachte die meiste Zeit seines Lebens am Hof von Palermo in Sizilien. Sein Vater starb 1197 n. Chr., als Friedrich gerade drei Jahre alt war, und er wurde im folgenden Jahr mit seiner Mutter als Regentin zum König von Sizilien gekrönt. Konstanze verstimmte die deutschen Fürsten, die unter seinem Vater gedient hatten, während sie ihre eigene Autorität stärkte. Ihr Hauptrivale war Markward (gest. 1202 n. Chr.), ein deutscher Herrscher, der die Regentschaft über den jungen Herrscher beanspruchte, aber ins Exil geschickt wurde.

Konstanze starb, nachdem sie etwas mehr als ein Jahr lang regiert hatte. In ihrem Testament stellte sie den jungen Friedrich unter die Vormundschaft von Papst Innozenz III. (ca. 1160–1216 n. Chr.). Dieser Schritt war nicht nur durch ihren frommen katholischen Glauben motiviert, sondern hatte auch einen praktischen Grund: Sie musste sicherstellen, dass die Stellung ihres minderjährigen Sohnes unantastbar blieb. Das päpstliche Engagement erwies sich jedoch als unwirksam, um Sizilien vor Markward zu schützen, der sich der Herrschaft über Friedrichs Reich bemächtigte, jedoch einige Jahre später starb. Wilhelm von Capparone, ein deutscher Hauptmann von Palermo, übernahm daraufhin die Herrschaft, wurde aber 1206 n. Chr. von Walter von Pagliara, dem ehemaligen Kanzler des Königreichs Sizilien, abgesetzt.

Frederick II's Birth
Geburt Friedrichs II.
Sibeaster (Public Domain)

Aufstieg zur Macht

Friedrich entließ 1208 n. Chr. seinen Vormund und versuchte nun, die Kontrolle über Sizilien wiederherzustellen. Im Jahr 1209 n. Chr. arrangierte Innozenz III. die Heirat des damals 14-jährigen Friedrich mit der 30-jährigen spanischen Prinzessin Konstanze von Aragón (l. 1179–1222 n. Chr.). Diese Heirat war ein politischer Schachzug und ermöglichte es Friedrich, ein großes Heer zu erwerben, das er zur Festigung seiner Herrschaft über Sizilien einsetzte. Konstanze gebar auch Friedrichs ersten Sohn, Heinrich (VII.). Seine Königin beriet ihn in wichtigen Staatsangelegenheiten, und nach ihrem Tod im Jahr 1222 n. Chr. soll Friedrich als Anerkennung ihrer Dienste seine Krone auf ihre Statue gesetzt haben.

Der König von Sizilien war auch berechtigt, über das Herrschaftsgebiet seines Vaters zu herrschen: das Heilige Römische Reich. Das Reich (962–1806 n. Chr.) erstreckte sich über Deutschland, Sardinien und Teile Norditaliens und diente zum Schutz der katholischen Kirche.

Holy Roman Empire in the 13th century CE
Heiliges Römisches Reich im 13. Jahrhundert n. Chr.
Alphathon (CC BY-SA)

Friedrichs Onkel Philipp von Schwaben (reg. 1198–1208 n. Chr.) war nach dem Tod Heinrichs VI. zum König von Deutschland aufgestiegen. Sein Anspruch wurde von einem Gegenkönig, Otto IV. von Braunschweig (reg. 1209–1215 n. Chr.), angefochten. Der Papst war überzeugt, dass Otto das Reich im Norden von Sizilien getrennt halten würde, und gewährte ihm seine Unterstützung. Philipp von Schwaben wurde 1208 n. Chr. von einem deutschen Fürsten ermordet, der wütend darüber war, dass Philipp ihm die Hand seiner Tochter verwehrte. Ottos Weg war damit frei, und er wurde 1209 n. Chr. in einer großen Zeremonie gekrönt. Schon bald nach seiner Krönung stellte er die päpstliche Autorität in Frage und marschierte zur Eroberung Siziliens auf. Otto war zwar Kaiser, aber der Papst ernannte die Kaiser, und er konnte auch diejenigen exkommunizieren, die ihn herausforderten.

Dadurch wurden Ottos Untertanen von ihren Eiden befreit und sein Land den Angriffen rivalisierender europäischer Mächte ausgesetzt. Philipp II. August (reg. 1180–1223 n. Chr.), der König von Frankreich, nutzte diese Situation aus und fiel in Ottos Reich ein. Otto hatte enge Beziehungen zu den Engländern, und der französische König wollte nicht zulassen, dass seine Feinde die Oberhand gewannen. Friedrich ritt 1212 n. Chr. nach Deutschland, schlug Ottos Truppen und wurde 1215 n. Chr. in Frankfurt zum König von Deutschland gewählt, indem er ein Bündnis mit Philipp schloss. Nach Ottos Tod im Jahr 1218 n. Chr. blieb Friedrichs Anspruch unangefochten.

Konsolidierung der Macht

Papst Innozenz III. starb 1216 n. Chr. und wurde von Honorius III. abgelöst (l. 1150–1227 n. Chr.). Der neue Papst verlangte, dass der Kaiser dem Papsttum seine Gunst erwiderte, und Friedrich stimmte zu, Sizilien von den Ländern des Heiligen Römischen Reiches zu trennen und einen Kreuzzug ins Heilige Land zu führen. Der Kirchenstaat konnte nicht zulassen, dass die Länder im Norden und im Süden unter einer Person vereinigt wurden, wodurch das päpstliche Gebiet einer Invasion von beiden Seiten ausgesetzt gewesen wäre.

Coin of Holy Roman Emperor Frederick II
Münze des römisch-deutschen Kaisers Friedrichs II.
The British Museum (Copyright)

Nachdem Friedrich seine Macht in Deutschland gesichert hatte, überließ er das Land seinem Sohn Heinrich (VII.) („Heinrich der Klammersiebte“, reg. 1220–1235 n. Chr.). Auf sein Drängen hin wurde Friedrich 1220 n. Chr. in Rom von Honorius mit großem Zeremoniell zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Seine erste Handlung als römisch-deutscher Kaiser war die Einführung einer Reihe von Gesetzen namens Constitutio in Basilica Beati Petri (Konstitution in der Basilika St. Petri), um die päpstlichen Interessen in Sizilien zu schützen. Er führte mehrere Gesetze ein, um die königliche Autorität zu stärken, und die Gerichtsverhandlungen von Capua (1220 n. Chr.) und Messina (1221 n. Chr.) ermöglichten es dem Kaiser, die vollständige Kontrolle über sein Reich im Süden auszuüben.

Er überzeugte den Papst von der Unerlässlichkeit Siziliens für die Unterstützung eines Kreuzzuges, weshalb er es nicht abtrat, und er war zu sehr damit beschäftigt, sich den Armeen des Fünften Kreuzzuges (1218–1221 n. Chr.) anzuschließen, als diese Europa verließen. In der Zwischenzeit hatte sich Friedrich daran gemacht, sein Reich zu stabilisieren und zu verbessern. Er gründete 1224 n. Chr. sogar die erste staatliche Universität im mittelalterlichen Europa, die Universität Neapel. Nachdem Sizilien in Ordnung gebracht und die Kollaborateure der Prätendenten besiegt worden waren, konnte Friedrich erleichtert aufatmen.

Reibung mit der katholischen Kirche

Um Friedrichs Interesse am Heiligen Land weiter zu wecken, arrangierte der Papst für ihn eine Heirat mit der jungen Tochter des Königs von Jerusalem Johann von Brienne (reg. 1210–1215 n. Chr.): Isabella II. (auch Jolante genannt, l. 1212–1228 n. Chr.). Jerusalem war nicht unter der Kontrolle der Kreuzfahrer, aber der Königssitz blieb bestehen, ebenso wie die Hoffnung, dass die heilige Stadt zurückerobert werden würde. König Johann bot die Hand seiner geliebten Tochter unter der Bedingung an, dass Friedrich keinen Anspruch auf den Thron von Jerusalem erheben würde, solange Johann lebte. Das Paar heiratete 1225 n. Chr. in Brindisi, Süditalien. Einigen Historikern zufolge (auch wenn andere anderer Meinung sind) brach Friedrich sein Versprechen, und die Königin wurde misshandelt, wie der Historiker Harold Lamb beschreibt:

Es war noch keine Woche vergangen, als Johann seine Tochter unbeaufsichtigt und weinend in der Burg von Brindisi fand. Was sie durch Friedrichs Hand ertragen musste, wurde nie bekannt... Am nächsten Tag forderte Friedrich ihn plötzlich auf, das Zepter seines Königreichs abzugeben... (210)

Die Geduld des Papstes war am Ende, und Friedrich, nun König von Jerusalem (reg. 1225–1228 n. Chr.), brach 1227 n. Chr. ins Heilige Land auf, wurde aber von Malaria befallen und musste umkehren. Er erholte sich, verzögerte aber seine Abreise, um die Geburt von Isabellas Kind, einem Jungen, abzuwarten. Die Königin starb 1228 n. Chr. im Alter von 17 Jahren nach der Geburt ihres Sohnes Konrad (l. 1228–1254 n. Chr.). Friedrich konnte nicht länger den Anspruch erheben, der König von Jerusalem zu sein, aber er tat dies weiterhin.

Papst Honorius III. war 1227 n. Chr. gestorben, und sein Nachfolger Gregor IX. (gest. 1241 n. Chr.) war weniger geduldig. Er verfasste eine Reihe von Anklagen gegen Friedrich (einschließlich seiner Unfähigkeit, sein Kreuzzugsgelübde zu erfüllen). Der Papst exkommunizierte den Kaiser nicht nur, sondern weigerte sich auch, kaiserliche Gesandte in seiner Gegenwart zu empfangen. Diese Beleidigungen veranlassten den Kaiser zu einer entsprechenden Antwort.

Frederick II
Friedrich II.
Iohannes de Capua (Public Domain)

Friedrich verkündete, dass die mittelalterliche Kirche von den Grundsätzen ihrer Gründer abgewichen sei, dass sie dem weltlichen Reichtum und der Macht gefrönt habe, anstatt Armut und Hingabe an Gott zu verfolgen, und erklärte, der Papst sei ein „Wolf im Schafspelz“. Der exkommunizierte König war entschlossen, sein Unrecht wiedergutzumachen, und machte sich 1228 n. Chr. auf den Weg ins Heilige Land.

Friedrich und al-Kamil: Der Sechste Kreuzzug (1228–1229 n. Chr.)

Friedrich hatte 1226 n. Chr. Kommunikation mit dem ayyubidischen Sultan von Ägypten al-Kamil (reg. 1218–1238 n. Chr.) eröffnet. Dieser Mann war der Neffe des großen Saladin (l. 1137–1193 n. Chr.), der 1187 n. Chr. Jerusalem für den Islam gesichert hatte. Er war jedoch bereit, das aufzugeben, wofür seine Vorfahren gekämpft hatten und gestorben waren. Al-Kamils Autorität war über Ägypten hinaus auf Länder ausgedehnt, die einst unter Saladin vereint waren. Er musste sich einen Krieg mit den Kreuzfahrern ersparen, um seinen Bruder al-Muʿazzam (reg. 1218–1227 n. Chr.), den Sultan von Damaskus, zu bekämpfen.

Jerusalem Recaptured by Saladin
Jerusalem wieder eingenommen von Saladin
Jan Luyken (Public Domain)

Auch Friedrich konnte sich keinen Krieg leisten, da seine Herrschaftsgebiete im Westen nach seiner Exkommunikation immer stärker bedroht waren. Sie einigten sich auf die unblutige Übergabe Jerusalems an Friedrich. Als jedoch der Bruder des Sultans, al-Muʿazzam, starb und al-Kamil Friedrich somit nicht mehr brauchte, ließ dieser den Sultan glauben, dass ein kaiserliches Heer seine Streitkräfte vernichten würde, wenn er das Versprechen nicht einhielte, und al-Kamil gab nach.

Am 18. Februar 1229 n. Chr. wurde der Vertrag von Jaffa zwischen dem römisch-deutschen Kaiser und dem Sultan von Ägypten unterzeichnet. Jerusalem, Bethlehem, Nazareth und ein Teil der levantinischen Küste sowie eine Pilgerroute nach Jaffa fielen in europäische Hände. Im Gegenzug versprach Friedrich den Muslimen freies Geleit und den Besitz des Tempelberges und der al-Aqsa-Moschee. Die zuvor niedergerissenen Stadtmauern durften nicht wieder aufgebaut werden. Friedrich krönte sich kurzerhand selbst in der Grabeskirche und beendete damit seinen Vorstoß ins Heilige Land. Bald darauf kehrte er zu seinen Herrschaftsgebieten im Westen zurück, die von Gregor IX. und Johann von Brienne bedroht wurden.

Frederick II & Al-Kamil
Friedrich II. und al-Kamil
Unknown Artist (Public Domain)

Die Rückkehr des Kaisers

Friedrich eilte zurück in sein Reich, um die Eindringlinge zurückzuschlagen. Während seiner Abwesenheit hatte der Papst Armeen ausgesandt, die in sein Land eindrangen. Nach seiner Rückkehr im Jahr 1229 n. Chr. besiegte Friedrich das päpstliche Heer, versuchte jedoch nicht, die päpstlichen Besitzungen in Italien anzugreifen. Die erste Phase des Krieges endete 1230 n. Chr. mit dem zwischen Gregor und Friedrich unterzeichneten Vertrag von San Germano. Der Kaiser stärkte seine Kontrolle über das Königreich Sizilien weiter und erweiterte seine zentralisierte Autorität über das Reich durch die Konstitutionen von Melfi (1231 n. Chr.).

In Deutschland hatte seine Abwesenheit zu Problemen geführt. Heinrich (VII.) entfremdete die deutschen Fürsten und suchte sogar die Unterstützung nicht-deutscher Städte. Dieser Politikwechsel bedrohte die staufische Kontrolle über Deutschland, und als Heinrich sich weigerte, sich korrigieren zu lassen, schlug Friedrich zu. Der Kaiser brachte 1235 n. Chr. nur seinen Einfluss in Deutschland ein, und das erwies sich als ausreichend. Als Heinrich sah, dass seine Anhänger ihn im Stich gelassen hatten und seine Rebellion erloschen war, bat er um Gnade. Der Kaiser entriss seinem Sohn alle Titel und Macht und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe; 1242 n. Chr. starb Heinrich. Friedrichs anderer Sohn, Konrad IV. (reg. 1237–1254 n. Chr.), wurde zum neuen deutschen König gewählt, und zwei Jahre später wurde er in Wien als römisch-deutscher König (1239 n. Chr.) gefeiert.

Wiederaufnahme des Krieges mit dem Papsttum

Die Kämpfe mit dem Papst wurden aufgrund eines kleineren Streits um Ländereien in der Lombardei wieder aufgenommen. Die Lombarden, unterstützt vom Papst, widersetzten sich Friedrichs Autorität, aber ihre Streitkräfte wurden in der Schlacht von Cortenuova (1237 n. Chr.) entscheidend geschlagen. Im Jahr 1239 n. Chr. erhielt der Kaiser die Nachricht, dass er erneut exkommuniziert worden war.

Battle of Cortenuova
Schlacht von Cortenuova
Unknown artist (Public Domain)

In Norditalien verdrängte er die päpstlichen Anhänger und stellte die Region unter das Kommando seines unehelichen Sohnes Enzio. Anschließend machte er sich auf, selbst Rom zu erobern. Der Papst berief ein Konzil in Rom ein. Prälaten aus Frankreich, Spanien, England und Norditalien waren auf genuesischen Schiffen unterwegs, als die Flotte von einer kaiserlichen Armada angegriffen wurde. Die Seeschlacht, die später als Seeschlacht von Giglio (1241 n. Chr.) bezeichnet wurde, war ein entscheidender kaiserlicher Triumph. Rom lag in Friedrichs Reichweite, doch wie es das Schicksal wollte, starb Gregor 1241 n. Chr. plötzlich. Die Kardinäle von Rom verzögerten die Papstwahlen, bis Friedrich sich zurückgezogen hatte. Wenn er gewollt hätte, hätte er Rom plündern können, aber sein Krieg richtete sich gegen die päpstliche Autorität, nicht gegen das Christentum.

Obwohl sich das Papsttum vehement gegen Friedrich stellte, zeigte es eine schockierende Nachlässigkeit gegenüber der mongolischen Bedrohung, die schnell auf Europa vorrückte, und gegenüber der eigentlichen Sache der Kreuzfahrer in Ägypten. Die Mongolen waren im frühen 13. Jahrhundert n. Chr. aus den asiatischen Steppen gekommen und begannen nach einem überwältigenden Widerstand in Asien 1236 n. Chr. ihren Vormarsch auf Osteuropa. Sie besiegten eine europäische Konföderation in der Schlacht bei Liegnitz (1241 n. Chr.) und fügten Polen und Ungarn zwischen 1241 und 1242 n. Chr. schwere Verluste zu. Mongolische Abgesandte traten an Friedrich heran und forderten seine Unterwerfung unter ihr Oberhaupt Ögedei Khan (reg. 1229–1241 n. Chr.), doch Friedrich ignorierte sie. Da Friedrich die Taktik der mongolischen Kriegsführung kannte, verbot er seinen Untergebenen strikt, sich mit den Mongolen auf offenem Feld anzulegen. Stattdessen wies er sie an, sich mit Ressourcen einzudecken und Burgen und andere Festungen zu halten. Nach vielen erfolglosen Raubzügen sahen sich die Mongolen 1242 n. Chr. zur Umkehr gezwungen, als die Nachricht vom Tod ihres Anführers sie erreichte.

Papst Innozenz IV. (ca. 1195–1254 n. Chr.) begann im Jahr 1243 n. Chr. seine Amtszeit. Wie Gregor befürwortete auch er die Anwendung von genehmigter Gewalt und rief zu einem „Anti-Staufenkreuzzug“ auf. Er exkommunizierte und setzte den Kaiser 1245 n. Chr. ab. Friedrichs Antwort war:

Ich habe meine Krone noch nicht verloren, weder Papst noch Konzil werden sie mir ohne einen blutigen Krieg nehmen! (Abulafia, 375)

Innozenz stiftete 1246 n. Chr. in Deutschland eine Rebellion gegen Konrad IV. an. Dieser Aufstand war zunächst erfolgreich, doch wurden die vom Papst unterstützten Angreifer schließlich besiegt. Friedrich stärkte auch seine Position in Deutschland, indem er das Herzogtum Österreich erwarb. An der italienischen Front setzte Friedrich Diplomatie ein und fand durch ein Heiratsbündnis mit dem Markgrafen von Montferrat und dessen unehelichem Sohn Manfred einen weiteren Verbündeten.

Der Papst predigte einen Kreuzzug gegen Friedrich unter dem Vorwand, Rom, das Zentrum des christlichen Glaubens, vor einem „muslimisch gesinnten“ Kaiser zu schützen, der das Christentum vernichten wolle. Er wurde als Ketzer und Antichrist gebrandmarkt, was viele seiner Gegner dazu veranlasste, gegen ihn zu den Waffen zu greifen. All diese Anschuldigungen waren bequeme Vorwände, die der Papst benutzte, um seine wahren Gründe zu verschleiern. Innozenz wollte:

  • Absolute Autorität über den römisch-deutschen Kaiser, den der Papst nach Belieben segnen und absetzen konnte.
  • Die päpstliche Kontrolle über Sizilien, anstatt es jemandem zu überlassen, der auch im Norden die Macht innehatte.
  • Absolute Autorität über die Monarchen in Europa.
  • An Friedrich sollte ein Exempel statuiert werden, um andere davon abzuhalten, ihm nachzueifern.

Dieser Kreuzzug wurde von David Abulafia als „der erste groß angelegte Versuch, den Kreuzzug als Instrument zur Beseitigung der politischen Feinde des Papsttums in Europa einzusetzen“ (386) beschrieben.

Frederick II Being Excommunicated by Pope Innocent IV
Friedrich II. wird von Papst Innozenz IV. exkommuniziert
Unknown artist (Public Domain)

Es wurden mehrere Attentate auf den Kaiser verübt, einige der Täter wurden gefasst und grausam bestraft, andere entkamen nach Rom. Von Innozenz angestachelt wurden Friedrichs Besitzungen in Deutschland und Italien von Abtrünnigen bedroht. Die Lombarden rebellierten erneut, und Friedrichs Truppen mussten in Italien mehrere Rückschläge hinnehmen. Die Schlacht bei Parma (1248 n. Chr.) und die Schlacht bei Fossalta (1249 n. Chr.) waren vernichtende Niederlagen, obwohl eine Invasion nach Sizilien in der Schlacht bei Cingoli (1250 n. Chr.) vereitelt wurde.

Tod und Vermächtnis

Es war nicht der Kreuzzug des Papstes, der letztendlich über Friedrich triumphierte, sondern Krankheit. Bevor er eine Chance hatte, verlorenen Boden zurückzugewinnen, starb er 1250 n. Chr. in Castel Fiorentino in Apulien, Süditalien, an Ruhr. Er wurde in der Kathedrale von Palermo beigesetzt. Der Thron ging auf seinen einzigen lebenden legitimen Sohn Konrad IV. über, aber der neue König starb nur vier Jahre später im Jahr 1254 n. Chr. und überließ den Thron seinem Sohn Konradin (reg. 1254–1268 n. Chr.). Er setzte seinen Widerstand gegen den Papst fort, wurde aber schließlich besiegt und 1268 n. Chr. hingerichtet.

Tomb of Holy Roman Emperor Frederick II
Grabmal des römisch-deutschen Kaisers Friedrichs II.
© José Luiz Bernardes Ribeiro (CC BY-SA)

Friedrich sollte durch seinen Spitznamen Stupor Mundi, Wunder der Welt, für immer in den Annalen der Geschichte verewigt werden. Er hatte eine Leidenschaft für Abenteuer und Frauen, beherrschte die Falknerei, das Reiten und das Lanzenstechen und sprach sechs verschiedene Sprachen. Trotz der päpstlichen Propaganda, mit der seine Unterstützung geschwächt werden sollte, war Friedrich tatsächlich ein christlicher Herrscher, wenn auch kein frommer. Obwohl das Papsttum diesen Krieg überlebte, näherte sich seine Vorherrschaft ihrem Ende. Der Papst nutzte den religiösen Eifer der Europäer aus, und dieser Machtmissbrauch führte schließlich zum Untergang der päpstlichen Autorität, was Friedrich im Grunde genommen posthum zum Erfolg verhalf. Seine größte Errungenschaft war die Lösung der Frage des Heiligen Landes durch Verhandlungen und nicht durch rohe Gewalt. Er war zweifellos ein Herrscher, der seiner Zeit voraus war, ein rationaler Monarch inmitten eines Meeres von religiösen Eiferern, Stupor Mundi!

Literaturverzeichnis

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Übersetzer

Marina Wrackmeyer
Marina arbeitet hauptberuflich im KEP-Innendienst und nebenbei an der Herausgabe der WHE auf Deutsch. Sie liest und lernt gerne und ist besonders an Sprachen und Geschichte interessiert.

Autor

Syed Muhammad Khan
Muhammad ist ein geschichtsbegeisterter Biologe und freischaffender Schriftsteller, der seit 2019 aktiv zur Encyclopedia beiträgt.

Dieses Werk Zitieren

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Khan, S. M. (2020, Mai 14). Friedrich II. [Frederick II]. (M. Wrackmeyer, Übersetzer). World History Encyclopedia. Abgerufen auf https://www.worldhistory.org/trans/de/1-17137/friedrich-ii/

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Khan, Syed Muhammad. "Friedrich II.." Übersetzt von Marina Wrackmeyer. World History Encyclopedia. Letzte Mai 14, 2020. https://www.worldhistory.org/trans/de/1-17137/friedrich-ii/.

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Khan, Syed Muhammad. "Friedrich II.." Übersetzt von Marina Wrackmeyer. World History Encyclopedia. World History Encyclopedia, 14 Mai 2020. Internet. 29 Mai 2024.