Zwischen dem 7. und 4. Jahrhundert v. Chr. war der Mittelmeerraum eine stark vernetzte Zone maritimen Austauschs, geprägt von den phönizischen und hellenischen Gemeinschaften, die sich darun ausbreiteten. Phönizische Händler aus der Levante errichteten eine Kette von Küstensiedlungen und Handelsaußenposten im westlichen und südlichen Mittelmeerraum, während griechischsprachige Siedler Poleis von Kleinasien bis nach Süditalien, Sizilien und am Schwarzen Meer gründeten. Es handelte sich nicht um zentralisierte imperiale Projekte, sondern um flexible Systeme des Handels, der Migration und des kulturellen Austauschs. Zusammen schufen sie überlappende Einflusssphären, die während der archaischen und frühklassischen Zeit entfernte Regionen – von Iberien bis zum östlichen Mittelmeer – zu einem gemeinsamen wirtschaftlichen und kulturellen Raum verbanden.
Diese Netzwerke erleichterten den Vertrieb wichtiger Handelsgüter, darunter Metalle aus Iberien, Holz, Wein, Olivenöl und Luxusgüter, und trugen zugleich zur Verbreitung von Ideen, Kunst und Technologien wie der alphabetischen Schrift bei. Phönizische Gründungen wie Karthago und hellenische Kolonien im zentralen und östlichen Mittelmeerraum entwickelten sich zu Knotenpunkten innerhalb umfassenderer Netzwerke und standen im Austausch mit Großmächten wie dem Achämenidenreich (ca. 550–330 v. Chr.). Gleichzeitig wurden Seewege durch Landkorridore bis nach Südwestasien und darüber hinaus erweitert, was die Rolle des Mittelmeerraums als zentrale Achse des frühen interregionalen Handels stärkte.

