Die Lehren des Schuruppak

Philosophische Weisheit des Altertums
Joshua J. Mark
von , übersetzt von Marco Gusset
veröffentlicht
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Die „Lehren des Schuruppag" (um 2500/2000 v. Chr.) ist das berühmteste Werk sumerischer Weisheitsliteratur, welche das Anliegen hatte, zu einem angemessenen Verhalten im Einklang mit kulturellen Werten und Normen zu ermutigen. Es gehört zu den ältesten erhaltenen Werken philosophischer Literatur.

The Instructions of Shuruppag
Die Lehren von Schuruppak Daderot (Public Domain)

Das Werk – auch bekannt als „Die Anweisungen von Schuruppak" – spielt in der dramatischen Zeit vor der großen Sintflut, worauf die Zeilen 1–13, sowie der Verweis auf den König Ubara-Tutu (der letzte vor der großen Flut erwähnte König in der sumerischen Königsliste) als Vater von Schuruppak hindeuten. Shuruppag erteilt seinem eigenen Sohn Ziudsura – dem Helden der „Eridu Genesis", der die große Sintflut überlebt – Ratschläge. Man versteht Ziudsura als dieselbe Figur wie Atrahasis aus der Sintflutgeschichte „Atrahasis" und wie Utnapischtim aus dem „Gilgamesch-Epos", die alle den späteren Charakter Noah sowie die Geschichte von der Arche und der Sintflut im biblischen Buch Genesis beeinflusst haben.

Man nimmt an, dass die „Anweisungen von Schuruppak" mehrere biblische Erzählungen beeinflusst haben.

Die zentrale Figur des Textes könnte ursprünglich Ubara-Tutu gewesen sein, König von Schuruppag, der an anderer Stelle als Vater von Ziudsura bezeichnet wird und später als König namens Schuruppak/Schuruppag dargestellt wurde.

Unabhängig davon, wer nun der Sprecher ist, würde das Werk als die letzten weisen Worte Ziudsuras gesehen werden, dem Mann, der die Sintflut überleben sollte. Man nimmt an, dass das Werk mehrere biblische Erzählungen beeinflusst hat, darunter auch das Buch der Sprüche.

Der Text

Der folgende Auszug stammt aus dem Werk „The Literature of Ancient Sumer" von Jeremy Black et al., welches mit freundlicher Gehemigung für timeless-wisdom.de ins Deutsche übersetzt werden durfte. Die Fragezeichen kennzeichnen unsichere Übersetzungen für Wörter, und die Auslassungspunkte stehen für fehlende Sätze oder Wörter. Der Text endet mit dem üblichen Lobpreis der Göttin der Schrift, Nisaba.

1-13: In jenen Tagen, jenen weit zurückliegenden Tagen; in jenen Nächten, jenen weit zurückliegenden Nächten; in jenen Jahren, jenen weit zurückliegenden Jahren; zu jener Zeit lebten Weise im Land, welche verstanden in erhabenen Worten zu sprechen. Schuruppak, der Weise, der verstand, in erhabenen Worten zu sprechen, lebte im Land. Schuruppak gab seinem Sohn Anweisungen. Schuruppak, der Sohn von Ubara-Tutu, gab seinem Sohn Zusudra folgende Anweisungen: Mein Sohn, lass mich dir Anweisungen geben, hab Acht! Ziusudra, lass mich dir ein Wort sagen: hab Acht! Schlag meine Anweisungen nicht in den Wind! Handle nicht entgegen der Worte, die ich dir sage! Die Anweisungen eines alten Mannes sind kostbar, du solltest dich nach ihnen richten!

14: Kaufe keinen schreienden Esel, es wird dir das Zwerchfell (?) zerreißen (?).

15-18: Lege kein Feld auf einer Straße an; ... Pflüge kein Feld über einen Pfad hinweg; ... Errichte keinen Brunnen auf einem Feld, Menschen werden dir sonst Schaden auf ihm anrichten. Du solltest dein Haus nicht neben einem öffentlichen Platz bauen, es wird dort immer Menschenansammlungen (?) geben.

19-20: Bürge für niemanden, sonst hat dieser Gewalt über dich. Und auch du solltest niemanden für dich bürgen lassen.

21: Du solltest einen Mann nicht genauer überprüfen (?), die Flut (?) wird es dir heimzahlen (?).

22-27: Lungere nicht dort herum, wo es Streit gibt. Du solltest dich nicht als Zeuge eines Streites verpflichten lassen. Du solltest dich nicht selbst ... in einem Streit. Verursache keinen Streit; ... ... das Tor des Palastes ... Halte dich von einem Streit fern, ... du solltest keinen anderen Weg nehmen (?)

28-31: Stiehl nichts; du solltest dir nicht selber … Breche in kein Haus ein; es sollte dir nicht nur ums Geld (?) gehen. Ein Dieb ist wie ein Löwe, aber nachdem er gefasst wurde, ist er ein Sklave. Mein Sohn, begehe keinen Raubüberfall; du fügst dir nur selbst einen Axthieb zu.

32-34: Du solltest einen jungen Mann nicht zum Anführer machen. Du solltest dir nicht selber … Flirte nicht mit einer jungen verheirateten Frau, es könnte ernste Nachrede geben. Mein Sohn, sitz nicht alleine mit einer verheirateten Frau in einem Raum.

35-38: Breche keinen Streit vom Zaun, du bringst dir selbst Schande. Du solltest nicht … lügen; ... Du solltest nicht prahlen, dann schenkt man deinen Worten Vertrauen. Denke nicht zu lange (?) über etwas nach, du könntest die Blicke ... nicht ertragen.

39-41: Lass dich nicht zu einem Essen einladen, das gestohlen ist. Tauche (?) deine Hand nicht in Blut. Nachdem ihr die Anteile untereinander aufgeteilt habt, musst du Schadensersatz für den Ochsen oder das Schaf leisten.

42-43: Rede nicht unangemessen, das wird dir später ein Bein stellen.

44-46: Lass deine Schafe auf unbekannten Wiesen nicht aus dem Auge. Leihe dir keinen fremden Ochsen nicht für eine unsichere ... Eine sichere ... bedeutet eine sichere Reise.

47: Reise nicht während der Nacht, sie verbirgt Gutes wie Böses.

48: Kaufe dir keinen Wildesel, der Kauf hält (?) nur bis zum Ende des Tages.

49: Du solltest nicht mit einem Sklavenmädchen schlafen, sie wird dich zermürben (?).

50: Fluche nicht heftig, es fällt wieder auf Dich zurück.

51-52: Du solltest nicht versuchen, Wasser zu ziehen, das Du nicht erreichen kannst. Es würde dich nur schwach machen.

53: Sei nicht ablehnend gegenüber deinem Schuldner, sonst wird er dir feindlich gesinnt sein. Gründe nicht mit einem arroganten Mann eine Familie, dein Leben wird das eines Sklavenmädchens werden. Du wirst nirgendwo hingehen können ohne dass du dir anhören musst: „Da gehst du hin! Dort gehst du hin!"

58-59: Du solltest nichts an den ... der Grenzhecken des Gartens ändern. „Stell es wieder her! Stell es wieder her!" wird man dir sagen.

60: Versorge keinen Fremden (?) mit Nahrung; du solltest einen Streit nicht beiseite wischen (?).

61-62: Mein Sohn, wende keine Gewalt (?) an; ... Du sollst niemandes Tochter vergewaltigen, das Gericht wird davon erfahren.

63-64: Vergraule einen mächtigen Mann nicht, du würdest damit deine Stadtmauer zerstören. Du solltest einen jungen Mann nicht vergraulen, gib ihm keinen Anlass zum Angriff auf die Stadt.

65-66: Die Augen eines Verleumders pendeln hin und her wie eine Spindel. Bleibe niemals in seiner Nähe, erlaube nicht, dass seine Absichten (?) bei dir etwas bewirken (?).

67: Prahle nicht in Bierhallen wie ein trügerischer Mensch.

68-72: Wenn du das Mannesalter erreicht hast, solltest du deine Hand nicht springen (?) lassen. Der Krieger ist ohnegleichen, er allein kann es mit vielen aufnehmen. Gott Utu ist ohnegleichen, er allein kann es mit vielen aufnehmen. Mit deinem Leben solltest du stets auf der Seite des Kriegers stehen, mit deinem Leben solltest du stets auf der Seite Utus stehen.

73-75: Schuruppak gab diese Anweisungen seinem Sohn. Schuruppak, der Sohn von Ubara-Tutu, gab diese Anweisungen seinem Sohn Ziusudra.

76-78: Ein zweites Mal gab Schuruppak seinem Sohn Anweisungen. Schuruppak, der Sohn von Ubara-Tutu gab seinem Sohn Ziusudra folgende Anweisungen:

79-82: Mein Sohn, lass mich dir Anweisungen geben, hab Acht! Ziusudra, lass mich dir ein Wort sagen: hab Acht! Schlag meine Anweisungen nicht in den Wind! Handle nicht entgegen der Worte, die ich dir sage!

83-91: Der Bier trinkende Mund ... Mein Kleines ... Der Bier trinkende Mund ... Ninkasi ...

92-93: Dein eigener Mann wird sich nicht für dich rächen (?). Die Schilfbeete sind …, sie können Verleumdungen verbergen (?).

94-96: Der Palast ist wie ein mächtiger Fluss: seine Mitte sind angriffslustige Bullen; was in ihm fließt, wird ihn niemals sättigen; was aus ihm herausfließt, ist nicht zu stoppen.

97-100: Wenn es um das Brot eines anderen geht, lässt sich leicht sagen „Ich werde dir davon geben", aber in der Zeit wo Geben dran wäre, ist es so fern wie der Himmel. Wenn du den Mann ansprichst, der sagte „Ich werde dir davon geben", wird er sagen „Ich kann es dir nicht geben, das Brot ist gerade ausgegangen".

101-102: Besitz ist dafür da, vermehrt (?) zu werden; aber nichts kommt meinen Kleinen gleich.

103-105: Der künstlerische Mund zitiert Worte, der unfreundliche Mund bringt Rechtsansprüche hervor und der gutmütige Mund duftende Kräuter.

106-108: Der Schwätzer bekommt seinen Brotbeutel gefüllt (?); der Stolze kommt mit leerem Brotbeutel und füllt mit seiner Prahlerei nur seinen Mund.

109: Wer mit Leder arbeitet, arbeitet letztendlich (?) mit seinem eigenen Leder.

110: Der Starke ist in der Lage, dem Griff eines anderen zu entfliehen (?).

111-114: Der Dummkopf büßt immer etwas ein. Wenn er schläft, büßt er etwas ein. „Fesselt mich nicht!" fleht er; „Lass mich leben!" fleht er.

115-117: Der Unreife bestimmt über Schicksale anderer; der Schamlose häuft (?) sich Dinge an, die anderen zuzuschreiben sind: „Schaut mal wie bewundernswert ich bin".

118: Eine schwache Frau wird immer vom Schicksal getroffen (?).

119-123: Wenn du einen Arbeiter anstellst, wird er den Brotbeutel mit dir teilen. Er isst mit dir aus demselben Brotbeutel und wird ihn gemeinsam mit dir leeren. Danach kündigt er seinen Job und sagt „Ich muss von irgendetwas leben", und wird anschließend im Palast dienen.

124-125: Deinen Sohn rufst du nach Hause, deine Tochter schickst du ins Frauenquartier.

126: Triff keine Entscheidung nachdem du Bier getrunken hast.

127: Sorge dich nicht übermäßig über das, was dein Haus verlässt.

128-130: Der Himmel ist weit weg, die Erde ist das Kostbarste; aber es ist der Himmel, mit dessen Hilfe du deinen Besitz vermehrst und unter dem alle Länder ihr Leben führen.

131-133: Während der Ernte, dieser kostbaren Zeit, sollst Du arbeiten wie ein Sklavenmädchen und essen wie eine Königin. Mein Sohn, wie ein Sklavenmädchen zu arbeiten und wie eine Königin zu essen, so sollte es sein!

134-142: Wer beleidigt, verletzt nur an der Oberfläche, ein gieriger Blick (?) dagegen kann töten. Der Lügner tobt und zerreißt sein Gewand. Beleidigungen liefern (?) den Bösen Inspiration. Arrogante Worte sind wie ein Geschwür, wie ein Giftkraut das die Gedärme krankt macht. […] Meine Worte im Gebet bringen Reichtum. Gebet ist wie kühles Wasser, welches das Herz erfrischt. Nur (?) Beleidigungen und dumme Reden erregen die Aufmerksamkeit des Landes.

143-145: Schuruppak gab diese Anweisungen seinem Sohn. Schuruppak, der Sohn von Ubara-Tutu, gab diese Anweisungen seinem Sohn Ziusudra.

146-148: Ein drittes Mal gab Schuruppak seinem Sohn Anweisungen. Schuruppak, der Sohn von Ubara-Tutu gab seinem Sohn Ziusudra folgende Anweisungen:

149-152: Mein Sohn, lass mich dir Anweisungen geben, hab Acht! Ziusudra, lass mich dir ein Wort sagen: hab Acht! Schlag meine Anweisungen nicht in den Wind! Handle nicht entgegen der Worte, die ich dir sage!

153: Du solltest den Sohn eines Farmers nicht schlagen, der hat dir nämlich deine Staudämme und Wassergräben gebaut (?).

154-164: Kauf dir keine Prostituierte, sie ist ein bissiger Schlund. Kauf dir keinen Sklaven, der in einem Haus geboren wurde; er ist ein Giftkraut das die Gedärme krankt macht. Kauf dir keinen freien Menschen, er wird ständig faul an der Wand lehnen. Kauf dir kein Sklavenmädchen aus dem Palast, sie wird wie der Bodensatz aus dem Fass (?) sein. Du solltest dir eher einen ausländischen Sklaven aus den Bergen holen, oder jemanden, der fremd ist wo du ihn herholst; mein Sohn, dann wird er dir Wasser einschenken wenn die Sonne hoch steht und vor dir her gehen. Er gehört zu keiner Familie, darum möchte er auch nicht zu ihr heimkehren; er gehört zu keiner Stadt, darum möchte er auch nicht zu ihr heimkehren. Er wird nicht mit dir … Er wird sich nicht anmaßend dir gegenüber verhalten.

165-167: Mein Sohn, du solltest nicht alleine Richtung Osten reisen. Deine Begleitung sollte nicht ...

168-169: Ein Name der über einen anderen gesetzt wird ... Du solltest einen Berg nicht auf einen anderen setzen.

170-171: Das Schicksal ist ein nasses Ufer, es kann einen ins Rutschen bringen.

172-174: Der ältere Bruder ist ja wie ein Vater und die ältere Schwester wie eine Mutter. Darum höre auf deinen älteren Bruder und gehorche deiner älteren Schwester als wäre sie deine Mutter.

175-176: Arbeite nicht nur mit den Augen; du wirst deinen Besitz auch nicht vermehren, wenn du nur mit dem Mund arbeitest.

177: Der Sorglose ruiniert (?) seine Familie.

178-180: Der Mangel an Nahrung treibt Menschen auf die Berge; dafür kommen Verräter und Fremde, da der Mangel an Nahrung andere Menschen von den Bergen herunter treibt.

181-182: Eine kleine Stadt versorgt (?) den König mit einem Kalb, eine große Stadt gräbt (?) ihm einen Bauplatz (?).

183-188: … ist gut ausgerüstet. Der arme Mann überträgt alle möglichen Krankheiten auf den reichen Mann. Der verheiratete Mann ist gut versorgt; der unverheiratete Mann macht sein Bett auf Heu (?). Wer ein Haus niederreißen möchte, macht sich auf und reißt es nieder. Wer aufsteigen will, macht sich auf und steigt auf.

189-192: Indem man sich an einem starken Ochsen festhält, überquert man einen Fluß. Wenn du dich an der Seite der Mächtigen deiner Stadt bewegst (?), mein Sohn, wirst du gewiss aufsteigen (?).

193-201: Wenn Du ein Sklavenmädchen von den Bergen bringst, wird sie Gutes und Böses mit sich bringen. Das Gute ist in den Händen, das Böse im Herzen. Das Herz will weder vom Guten noch vom Bösen ablassen. Als wäre es ein wasserreicher Ort, will das Herz einfach nicht vom Guten ablassen. Das Böse ist ein Lagerraum … Möge das Boot mit dem Bösen im Fluss versinken und sein Wasserschlauch in der Wüste platzen!

202-203: Ein fürsorgliches Herz erhält eine Familie, ein abscheuliches Herz zerstört sie.

204-207: Autorität, Besitz und Standhaftigkeit sind königliche und gottgegebene Stärken. Ordne dich den Angesehenen unter, sei demütig vor den Mächtigen. Dann, mein Sohn, wirst du gegenüber den Bösen überleben (?).

208-212: Suche dir keine Frau während eines Festivals. Ihr Inneres trügt (?), ihr äußerer Anschein trügt (?). Ihr Silberschmuck ist geborgt, ihre Edelsteine sind geborgt, ihr Kleid ist geborgt, ihr Dessous ist geborgt. Mit … Nichts (?) ist vergleichbar.

213-214: Du solltest keinen … Bullen kaufen. Du solltest keinen bösen Bullen kaufen; ... ein Loch (?) im Viehstall ...

215: Man erwählt (?) sich eine vertrauenswürdige Frau aus für einen guten Haushalt.

216-217: Kaufe dir keinen Esel während der Erntezeit. Er fressender Esel ... wird ... mit anderen Eseln.

218-219: Ein böser Esel lässt den Kopf hängen; ein böser Mann dagegen, mein Sohn, …

220: Eine Frau mit eigenem Besitz richtet die Familie zugrunde.

221: Ein Säufer ertränkt die Ernte.

222-234: Eine Einbrecherin […] Leiter; sie fliegt in das Haus wie eine Fliege. Eine Eselin ... auf der Straße. Eine Sau säugt ihre Ferkel auf der Straße. Eine Frau, die sich gestochen hat, schreit und hält die Spindel, mit der sie sich gestochen (?) hat. Sie gelangt in jedes Haus, späht in alle Straßen. … Sie sagt unaufhörlich „Kommt heraus!" Von jeder Erhebung schaut sie umher (?). Sie eilt keuchend (?) hin, wo es Streit gibt.

235-241: Heirate ... deren Herz hasst (?). Mein Sohn, ... Ein Herz, welches von Freude überfließt ...

242-244: Nichts an sich ist wertzuschätzen, aber das Leben sollte angenehm sein. Diene nicht den Dingen, sondern die Dinge sollten dir dienen. Mein Sohn, …

245: Du solltest nicht ... Weizen; seine ... sind zahllos.

246-247: Missbrauche kein Schaf, du wirst sonst eine Tochter bekommen. Wirf keinen Erdklumpen in die Geldkasse (?), du wirst sonst einen Sohn bekommen.

248-249: Entführe keine Ehefrau, bring sie nicht zum Weinen (?). Der Ort, an den eine Ehefrau entführt wird …

250-251: Lasst uns im Kreis (?) laufen und sagen: „Oh, mein Fuß; oh, mein Nacken!" Lasst uns mit vereinter Kraft (?) die mächtige Verbeugung machen!

252-253: Du solltest keinen ... töten, er ist ein Kind geboren ... Du solltest ... nicht töten wie ...; du solltest ihn nicht binden.

254: Die Ammen in den Frauenquartieren haben das Schicksal ihres Herrn in der Hand.

255-260: Benimm dich nicht arrogant gegenüber deiner Mutter, damit ziehst du nur Hass auf dich. Hinterfrage weder die Worte deiner Mutter noch die deines Hausgottes. Die Mutter gibt dem Menschen sein Leben, genauso wie Gott Utu es tut. Der Vater macht ihn klug (?), genauso wie ein Gott es tut. Der Vater ist wie ein Gott, seine Worte sind verlässlich. Nach den Worten des Vaters sollte man sich richten.

261: Ohne Vororte hat eine Stadt auch kein Zentrum.

262-263: Mein Sohn, ein Feld das am Fuße eines Staudammes gelegen ist, egal ob nass oder trocken, ist immer noch eine potentielle Quelle von Einkommen.

264: Es ist unvorstellbar (?), dass etwas für immer verloren sein sollte.

265: ... von Dilmun ...

266-271: Verloren zu gehen ist schlecht für einen Hund, aber furchtbar für einen Mann. Auf den unbekannten Wegen am Rande der Berge, sind die menschenfressenden Götter der Berge. Sie bauen sich keine Häuser wie die Menschen und sie bauen sich keine Städte wie die Menschen. […]

272-273: Er gab es auf, für den Hirten zu suchen, er gab es auf, die Schafe zurück zu bringen. Er gab es auf, für den Bauern (?) das Feld zu pflügen.

274-276: Die Gabe zu Reden ist etwas, das die Gemüter beruhigen kann … Wenn sie in den Palast kommt, beruhigt sie die Gemüter …

277: Die sind die Anweisungen, welche Schuruppak, der Sohn von Ubara-Tutu gegeben hat.

278-280: Gesegnet sei die Dame, welche die bedeutenden Schrifttafeln vollendet hat, die Maid Nisaba [die Göttin des Weizens und des Schreibens], dafür dass Schuruppak, der Sohn von Ubara-Tutu diese Anweisungen gegeben hat!

Fragen und Antworten

Was sind die Lehren von Schuruppak?

„Die Lehren des Schuruppak“ ist ein Werk sumerischer Weisheitsliteratur aus dem Altertum, welches im Gewand einer Unterweisung von Vater zu Sohn daherkommt. Auf ca. 2500/2000 v.Chris datiert, nimmt man an, dass es auch biblische Erzählungen beeinflusst hat.

Wie alt sind die Lehren des Schuruppak?

Die Lehren des Schuruppak wurden auf etwa 2500/2000 v.Chr. datiert.

Warum sind die Lehren von Schuruppak von Bedeutung?

„Die Lehren des Schuruppak“ sind bedeutend, weil sich das Werk mit kulturellen Werten und Normen sozialen Verhaltens im alten Mesopotamien beschäftigt und weil es Einfluss auf biblische Bücher, besonders das Buch der Sprüche, hatte.

Ist der Ziusudra aus den Lehren von Schuruppak der gleiche wie in der Eridu Genesis?

Ja. Der Ziusudra der Eridu Genesis ist der gleiche junge Mann, der in den Lehren von Schuruppak Anweisungen erhält. Ziusudra wird für die gleiche Person gehalten wie Atrahasis aus der gleichnamigen Erzählung und Utrapischtim aus dem Gilgamesch-Epos.

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Mark, J. J. (2026, Oktober 22). Die Lehren des Schuruppak: Philosophische Weisheit des Altertums. (M. Gusset, Übersetzer). World History Encyclopedia. https://www.worldhistory.org/trans/de/2-2126/die-lehren-des-schuruppak/

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Mark, Joshua J.. "Die Lehren des Schuruppak: Philosophische Weisheit des Altertums." Übersetzt von Marco Gusset. World History Encyclopedia, Oktober 22, 2026. https://www.worldhistory.org/trans/de/2-2126/die-lehren-des-schuruppak/.

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Mark, Joshua J.. "Die Lehren des Schuruppak: Philosophische Weisheit des Altertums." Übersetzt von Marco Gusset. World History Encyclopedia, 22 Okt 2026, https://www.worldhistory.org/trans/de/2-2126/die-lehren-des-schuruppak/.

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